
Die Sterilisation des Mannes ist eine der sichersten Methoden zur Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft und es entschließen sich immer mehr Männer zu diesem Eingriff. Die Sterilisation des Mannes kann in der Regel vom Urologen ambulant durchgeführt werden, schädliche Nebenwirkungen sind äußerst selten. Eine Wiederherstellungsoperation ist möglich.
Durch die Sterilisation des Mannes (Vasektomie) kommt es zu einer endgültigen Unfruchtbarkeit. Deshalb sollte der Entschluß zur Vasektomie nur dann getroffen werden, wenn neben der abgeschlossenen Familienplanung alle möglichen Änderungen der persönlichen Verhältnisse wie Scheidung, Todesfall, Wiederverheiratung, späterer möglicher Kinderwunsch, bei den Überlegungen Berücksichtigung gefunden haben. Neben der abgeschlossenen Familienplanung können Erbkrankheiten, die gesundheitliche Gefährdung der Mutter bei einer erneuten Schwangerschaft oder eine untragbare wirtschaftliche Belastung durch die Geburt eines weiteren Kindes eine Rolle spielen. Der zur Vasektomie entschlossene Patient muß sich darüber im Klaren sein, daß die Operation zwar rückgängig gemacht werden kann, aber nur in etwa der Hälte der Fälle zu einer erneuten Zeugungsfähigkeit führt.
Die Vasektomie, wird in örtlicher Betäubung durchgeführt. Wird sie fachgerecht durchgeführt, treten während des Eingriffs keine Schmerzen auf. Der Urologe eröffnet die Haut über dem Samenleiter auf beiden Seiten mit einem kleinen Schnitt und entnimmt aus dem rechten und linken Samenleiter Teilstücke von etwa 1 cm Länge. Anschließend biegt er die Enden der Samenleiter um und verschließt sie mit einer Naht. Der Samentransport ist danach für immer unterbrochen. Die entnommenen Teilstücke werden feingeweblich untersucht, um sicherzugehen, daß es sich um Samenleiterstücke handelt.
Die Vasektomie ist eine der sichersten Verhütungsmethoden. Der Pearl Index beträgt bei diesem Eingriff 0,1.
Nach der Vasektomie können noch mehrere Monate lang befruchtungsfähige Spermien in der Samenflüssigkeit vorhanden sein. Deshalb ist noch eine zusätzliche Verhütung erforderlich. Erst wenn bei Kontrolluntersuchungen keine befruchtungsfähigen Spermien mehr nachgewiesen werden, kann von einer zusätzlichen Verhütung abgesehen werden.
Auch nach der Sterilisation werden weiter männliche Samenzellen im Keimgewebe des Hodens gebildet. Da die Samenfäden durch die Durchtrennung und Unterbindung der Samenleiter nicht mehr nach außen gelangen können, werden sie vom Körper abgebaut. Die oft geäußerte Vorstellung eines schmerzhaften Spermienstaus entspricht nicht der Wirklichkeit.
Der Hormonhaushalt des Mannes wird durch den Eingriff nicht gestört. Die Vasektomie hat keine Auswirkungen auf die Versteifung des männlichen Gliedes (Erektionsfähigkeit) und auf den Samenerguß (Ejakulation). Die Samenflüssigkeit ohne Samenfäden (Spermien) unterscheidet sich weder im Aussehen noch in der Menge von der Samenflüssigkeit mit Spermien. Bei vielen Männern kommt es nach der Sterilisation zu erhöhter sexueller Lust, weil der Gedanke an eine ungewollte Schwangerschaft nicht mehr im Vordergrund steht.
Es besteht die Möglichkeit einer Wiederherstellungsoperation. Jedoch ist diese mit einigem Aufwand verbunden. Beide Samenleiterenden werden unter dem Operationsmikroskop wieder zusammengenäht. In den meisten Fällen kann eine Durchgängigkeit der Samenleiter erreicht werden, allerdings führt der Eingriff nur bei der Hälfte der Fälle zu erneuter Zeugungsfähigkeit. Ein Grund hierfür kann die Bildung von Antikörpern gegen die körpereigenen Spermien sein, auch eine Verklebung der Samenleiterenden ist möglich.
Während der Operation treten normalerweise unter örtlicher Betäubung keine Schmerzen auf. Unmittelbare Folgen des operativen Eingriffs können das Auftreten von dumpfen erträglichen Schmerzen im Hodensack für 2-3 Tage sein, aber auch eine völlige Beschwerdefreiheit ist möglich. Da es sich bei der Vasektomie um einen chirurgischen Eingriff handelt, kann es in seltenen Fällen zu einer Nachblutung oder Wundheilungsstörung kommen. Eine erneute Fruchtbarkeit kann eintreten, wenn die Samenleiterenden wieder zusammen wachsen oder wenn bei einer anlagebedingten Fehlbildung Samenleiter mehrfach vorhanden sind. Das seelische Gleichgewicht ist bei wenigen Patienten nach der Sterilisation etwas gestört. Daher ist eine gute Aufklärung und die freie Entscheidung zu diesem Eingriff bei den Patienten von entscheidender Bedeutung.
Der Urologe informiert Sie eingehend über das Für und Wider der Vasektomie, er erklärt die Vorgehensweise und weist Sie auf Verhaltensmaßnahmen und mögliche Schwierigkeiten während und nach dem Eingriff hin. Auch bei Pro Familia erhalten Sie Hinweise und Informationen.
In der Regel wird der Eingriff ambulant oder stationär vom Urologen durchgeführt. Nur wenn eine Vollnarkose geplant ist darf 12 Stunden vorher nicht gegessen, getrunken oder geraucht werden. Eine Rasur der Schambehaarung kann bei ambulantem Eingriff am Tag vorher selbst vorgenommen werden, bei stationärem Eingriff erfolgt dies normalerweise im Krankenhaus.
Durch die lokale Betäubung, die mit sehr dünnen Nadeln durchgeführt wird, ist der Eingriff normalerweise schmerzfrei. Durch die sehr kleinen Schnitte am Hodensack, die nur 1-2 cm groß sind, ist der Schmerz nach abklingender Betäubung in der Regel nicht sehr groß.
Wie nach jedem Eingriff ist auch bei der Vasektomie für 1 bis 2 Tage Schonung anzuraten. Für diese Zeit wird normalerweise eine Krankschreibung erfolgen. Der Operationsbereich sollte regelmäßig gesäubert werden, um eine ungestörte Wundheilung zu ermöglichen. Der Urologe wird die Fäden bei gutem Heilungsverlauf nach etwa einer Woche entfernen. Nach etwa vier Wochen wird eine erste Kontrolluntersuchung erfolgen um festzustellen, ob sich noch Samenzellen in der Samenflüssigkeit befinden.
Da nur die Samenleiter durchtrennt werden, bleibt auch der Sexualhormonhaushalt unverändert. Somit ist ein erfülltes Liebesleben weiterhin möglich.
