Praxiszentrum für Urologie

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Tumornachsorge

Tumornachsorge nach Prostataerkrankungen

Ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge sind die ärztlichen Untersuchungen. In den ersten zwei Jahren finden sie in Abständen von etwa drei Monaten statt. Die regelmäßige Kontrolle gibt die Sicherheit, dass gegen eine erneute Tumorbildung, aber auch gegen mögliche Begleit- und Folgeerkrankungen wie Knochenschmerzen, Störungen beim Wasserlassen, Schwellung der Unterschenkel, Thrombosen usw. schnell eingeschritten wird.Nebenerkrankungen sind medikamentös meist gut zu behandeln. Im weiteren Verlauf werden die Zeitspannen zwischen den einzelnen Untersuchungen immer länger. Wie häufig der Arzt seinen Patienten sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf ab. Aufwand und Umfang der einzelnen Nachsorgeuntersuchungen hängen davon ab, wie weit der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten war.

Folgende Untersuchungen können im Rahmen der Nachsorge durchgeführt werden:

  • gründliche und umfassende körperliche Untersuchung inklusive Tastuntersuchung
  • Blutuntersuchungen einschließlich Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA-Wert)
  • Gewebeentnahme (Prostatabiopsie)
  • Ultraschalluntersuchung
  • Röntgen- und computertomographische Untersuchungen
  • Skelettszintigraphie

Nach einer Operation oder Strahlenbehandlung soll vor allem der Erfolg der Behandlung, also die vollständige Entfernung des Karzinoms, überprüft werden. Beim fortgeschrittenem Prostatakarzinom dient die Nachsorge in erster Linie der Erkennung bzw. Vermeidung von Komplikationen, z. B. durch Knochenmetastasen oder durch Druck des Tumors auf umgebende Organe und Gewebe. Bei Beschwerden, z. B. Knochenschmerzen oder „rheumatische Schmerzen, sollte auch außerhalb der Nachsorgetermine unbedingt der Arzt aufgesucht werden. Das Prostatakarzinom bildet nämlich im fortgeschrittenen Stadium häufig Metastasen im Skelett, die solche Beschwerden verursachen können. Neben den Schmerzen besteht auch die Gefahr von Knochenbrüchen, die im Bereich der Wirbelsäule zu Lähmungen führen können. Eine Strahlenbehandlung kann diesen Komplikationen effektiv entgegenwirken.

Das wieder Auftreten der Erkrankung nach radikaler Operation der Prostata kündigt sich in der Regel durch Anstieg des PSA-Wertes an. Er sollte bei vollständiger Entfernung von Prostata- und Tumorgewebe innerhalb von einigen Wochen zunächst auf kaum noch nachweisbare Werte zurückgehen. Nach einer Strahlenbehandlung der Prostata bleibt oft Prostatagewebe erhalten, und es kann bis zu einem Jahr, manchmal sogar länger dauern, bis das PSA auf seinen niedrigsten Wert abgefallen ist. Auch hier weisen aber deutliche Anstiege des PSA-Spiegels im Blut bei mehrfachen Messungen auf ein mögliches Tumorwachstum hin.

PSA Wiederanstieg nach Operationen und Bestrahlung was tun?

Abhängig von den biologischen Eigenschaften des Tumors, dem Grad der Bösartigkeit, der Tumorausdehnung und dem PSA-Wert vor der Erstbehandlung ,muss ein Teil der Patienten auch nach zunächst erfolgreicher Therapie im Lauf der Zeit mit einem erneuten Anstieg des PSA-Werts rechnen.

Fachleute nennen dies „biochemisches Rezidiv", wenn dem Messwert kein entsprechender Befund zugeordnet werden kann. Arzt und Patient haben aus dem PSA-Wert zwar einen Hinweis, dass sich wieder aktive Tumorzellen im Körper befinden, sie wissen aber zunächst weder, wo sie sich befinden, noch wie sich diese verhalten werden. Ursache kann ein erneutes Tumorwachstum sein, aber auch die Ausbildung von Fernmetastasen. Letzteres ist um so wahrscheinlicher, je rascher der PSA-Wert wieder ansteigt und je größer und ausgedehnter der Tumor war. Wenn der PSA-Anstieg sich sehr langsam vollzieht und der Patient keine Symptome oder Anzeichen für Tumorwachstum hat, ist es dagegen unklar, ob eine Behandlung überhaupt erforderlich ist und ob sie den weiteren Verlauf beeinflusst.

Wichtig ist die Klärung, ob ein örtlicher Rückfall nach Operation dahinter steckt, weil dann eine frühzeitige Bestrahlung sinnvoll ist. Bei einem lokalen Rückfall nach vorangegangener Bestrahlung kann nicht erneut bestrahlt werden. Eine Operation führt zu hohen Komplikationen. Meist erfolgt deshalb bei PSA-Anstieg nach Bestrahlung die Hormontherapie. Werden Metastasen, meist in den Knochen, entdeckt, erfolgt ebenfalls eine Hormontherapie. Bei einem PSA unter 20 ng/ml ist ein solcher Befund jedoch selten der Fall.

Nachsorge beim metastasierten Prostatakarzinom

Bei der antihormonellen Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms ist die Nachsorge weniger schematisch und dient in erster Linie der Erkennung und Vermeidung von Komplikationen, zum Beispiel durch Knochenmetastasen oder durch Druck des Tumors auf umgebende Organe und Gewebe. Obwohl PSA-produzierendes Gewebe im Körper ist und der Wert damit auf keinen Fall normal sein kann, wird er dennoch regelmäßig bestimmt, um einen deutlichen Anstieg und damit ein Fortschreiten der Erkrankung zu erkennen. Weitergehende Untersuchungen wie Röntgen, Szintigraphie und Ultraschall werden bei entsprechenden Beschwerden durchgeführt.

Beim Auftreten von Knochenschmerzen oder rheumaähnlichen Beschwerden sollten Patienten auch außerhalb der routinemäßigen Nachsorgetermine unbedingt den Arzt aufsuchen. Das Prostatakarzinom bildet nämlich in fortgeschrittenen Stadien häufig Tumorabsiedlungen im Skelett, die solche Beschwerden verursachen können. Neben den Schmerzen, die die Metastasen verursachen, besteht auch die Gefahr von Knochenbrüchen, die im Bereich der Wirbelsäule das Risiko von Lähmungen bergen.

Behandlung von Komplikationen durch das Tumorwachstum

Knochenmetastasen, die beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom häufig sind, bereiten durch Schmerzen und auch durch Bruchgefahr Probleme. Beides läßt sich durch Bestrahlung der Metastasen in der Regel lindern, der Knochen verfestigt sich wieder. Allerdings dauert dieser Vorgang einige Wochen. Statt durch eine Bestrahlung von außen können auch mit der Gabe von bestimmten radioaktiven Substanzen, die sich im erkrankten Knochen anreichern und ihn von innen bestrahlen, Rückbildungen der Knochenmetastasen erreicht werden (Radionuklidtherapie). Beide Methoden sind überdies effektive Mittel zur Schmerzbekämpfung.

Bei ausgedehnten Metastasen in tragenden Knochen kann auch eine stabilisierende Operation mit Nachbestrahlung erforderlich sein. Dies gilt zum Beispiel für Metastasen im Bereich der Wirbelsäule, denn hier droht bei Druck auf das Rückenmark eine Querschnittslähmung.

Die Gabe eines Bisphosphonats kann die Gefahr von Komplikationen durch Knochenmetastasen reduzieren. Bisphosphonate lagern sich an die Knochensubstanz an und hemmen die Knochen abbauenden Zellen. Zwar sind die Metastasen des Prostatakarzinoms meist Knochen bildend und nicht Knochen auflösend aber zumindest mit einer neuen Substanz konnte gezeigt werden, dass die Behandlung Komplikationen durch Knochenbrüche durch Erhöhung des Kalziumspiegels im Blut wirksam vermindert. Zudem werden die Metastasen bedingten Schmerzen gut gelindert. Folgen des Tumorwachstums wie Druck auf Harnwege und Enddarm werden durch Schienung der Harnleiter oder durch Entfernung von Tumorgewebe durch die Harnröhre hindurch (transurethrale Resektion der Prostata, abgekürzt TURP) behandelt.

Tumornachsorge nach Blasenkrebs

Ehemalige Krebspatienten müssen sich nach Ende der Behandlung regelmäßig Nachsorgeuntersuchungen unterziehen. Bei Patienten mit Blasenkrebs, bei denen die Harnblase nicht entfernt wurde, wird der Arzt die Harnblase mit einem Zystoskop untersuchen und eventuell neu aufgetretene oberflächliche Tumore entfernen. Die Patienten müssen auch Urinproben abgeben, damit diese auf Krebszellen untersucht werden können. Zur Nachsorge gehören auch Bluttests, eine CT-Untersuchung, eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs und weitere Tests. Die Nachsorge ist bei allen Krebspatienten ein wichtiger Teil des gesamten Behandlungsprozesses. Regelmäßige Nachuntersuchungen stellen sicher, dass Veränderungen des Gesundheitszustands frühzeitig festgestellt werden, so dass ein erneut aufgetretener Tumor oder andere Probleme umgehend behandelt werden können. Patienten, die Blasenkrebs hatten, sollten dem Arzt alle gesundheitlichen Probleme, die zwischen den Nachsorgeuntersuchungen auftreten, angeben.

Wie oft Patienten mit Harnblasenkrebs nach der ersten Behandlung wieder zum Arzt müssen, hängt von der Ausbreitung des Tumors und der Art der Behandlung ab. Auch der Umfang und die Zusammenstellung der Untersuchungen wird dementsprechend vereinbart. Betroffene, die nach einer Entfernung der Blase mit einer Ersatzblase, einem Stoma oder einer anderen Form der Harnableitung leben, sollten auch langfristig regelmäßig untersuchen lassen, ob die Harnableitung gut funktioniert, ob Infektionen vorliegen oder andere Probleme. So lassen sich spätere Komplikationen, die zum Beispiel zu Nierenschäden führen könnten, früh erkennen und behandeln.

Tumornachsorge nach Nierenkrebs

Die Nachsorgeuntersuchungen finden in den ersten beiden Jahren in der Regel alle drei Monate, im dritten und vierten Jahr alle sechs Monate und später einmal jährlich statt. Bitte denken Sie an die vereinbarten Termine! Die regelmäßige Kontrolle gibt Ihnen die Sicherheit, dass gegen mögliche Begleit- und Folgeerkrankungen, aber auch gegen eine erneute Tumorbildung, schnell eingeschritten wird. Wie häufig der Arzt seinen Patienten letztlich sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und vom Krankheitsverlauf ab. Auch Art und Umfang der Nachsorgeuntersuchungen stimmt der Arzt auf Ihre individuelle Situation ab. Er berücksichtigt dabei vor allem, wie weit der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten war und welche Behandlung durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt der einzelnen Nachsorgeuntersuchungen stehen das Gespräch mit dem Patienten, Fragen nach seinem Befinden, nach eventuell auftretenden Beschwerden, wie Atemnot, Husten, Auswurf, Heiserkeit, Gewichtsverlust und Schmerzen, sowie die gründliche und umfassende körperliche Untersuchung.

Folgende weitere Untersuchungen können gegebenenfalls hinzukommen:

  • die Röntgenuntersuchung der Lunge
  • die Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes
  • die Computertomographie des Brust- und Bauchraumes
  • Blutuntersuchungen

Tumornachsorge nach Hodenkrebs

Die Nachsorgeuntersuchungen finden in der Regel in den ersten beiden Jahren alle drei Monate, im dritten Jahr alle vier Monate und im vierten und fünften Jahr halbjährlich statt. Extrem wichtig ist die engmaschige Kontrolle, wenn Sie in einem frühen Tumorstadium (N0) nach der „Wait- and- See-Strategie behandelt werden. Bitte denken Sie an die vereinbarten Termine! Die regelmäßige Kontrolle gibt Ihnen die Sicherheit, dass eine erneute Tumorbildung, aber auch mögliche Folgeerscheinungen früh erkannt und behandelt werden. Nach fünf Jahren ohne Rückfall genügen Kontrollen in längeren Abständen. Wie häufig der Arzt seinen Patienten letztlich sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf ab. Der Arzt berücksichtigt dabei das jeweilige Rückfallrisiko, das wesentlich davon abhängt, wie weit der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits fortgeschritten war.

Die wichtigsten Nachsorgeuntersuchungen sind:

  • die gründliche und umfassende körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchungen mit Bestimmung der Tumormarker
  • Die Ultraschalluntersuchung des verbliebenen, zweiten Hodens
  • Röntgenaufnahmen der Lunge
  • die Computertomographie des Bauchraumes und ggf. der Lunge

Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, den verbliebenen Hoden regelmäßig selbst abzutasten, um mögliche Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Es besteht auch zu einem späteren Zeitpunkt noch das Risiko, dass auch der zweite Hoden an einem Tumor erkrankt.

Rehabilitation

Um wieder so leistungsfähig wie möglich zu werden, den Alltag bewältigen zu können und Langzeitfolgen einer Erkrankung möglichst gar nicht entstehen zu lassen, haben die meisten Versicherten Anspruch auf Leistungen im Rahmen der sogenannten Rehabilitation. Sie kann direkt im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung als Anschlussheilbehandlung erfolgen, einige Zeit nach der ersten Behandlung als stationäre Behandlung oder als Bündelung ambulanter Maßnahmen, wenn der Patient nicht noch einmal ins Krankenhaus möchte. Leistungsträger sind bei gesetzlich Versicherten meist die Rentenversicherung, auch die Krankenkassen kommen in Frage. Bei privat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag. Zur Rehabilitation gehören gegebenenfalls auch Leistungen zur Wiedereingliederung am Arbeitsplatz und weitere Unterstützungen. Ob eine Rehabilitationsmaßnahme Sinn macht und welche Ansprüche bestehen, lässt sich schon in der Klinik abklären. Die Kliniksozialdienste stehen als Ansprechpartner bereit und helfen bei Bedarf gemeinsam mit den behandelnden Ärzten auch bei der Antragstellung. Seit 2002 stehen für gesetzlich versicherte Patienten, die bereits entlassen sind, die zentralen Servicestellen REHA zur Verfügung. Die nächste Anlaufstelle kann bei der Krankenkasse erfragt werden.

Krankheitsbewältigung

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird oft als massiver Einschnitt erlebt: Alle bisher Gewohnte und viele zukünftigen Ziele scheinen zunächst in Frage gestellt. Ängste vor der Rückkehr in den Alltag und Befangenheit im Umgang mit anderen Menschen machen sich bemerkbar. Zweifel an der Wirksamkeit der R! Behandlung und Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung kommen immer wieder auf. Bei vielen Patienten kann zudem weder durch Operation oder Bestrahlung noch durch Medikamente der Tumor vollständig entfernt oder zerstört werden. Gerade das Prostatakarzinom, das in der Regel langsam wächst, lässt sich mit den beschriebenen Methoden aber trotzdem oft lange in Schach halten. Ein großer Teil der meist älteren Patienten mit einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom stirbt nicht an, sondern mit der Erkrankung - nämlich an einer anderen Ursache.

Die Behandlungsfolgen, besonders der Verlust von sexuellem Antrieb und Potenz und die Inkontinenz, können Auswirkungen auf Selbstverständnis und Selbstwertgefühl des betroffenen Mannes haben. Die Bewältigung solcher Krankheitsfolgen braucht Zeit, eigenen Willen und eine verständnisvolle Umwelt. Es ist für viele Männer hilfreich, wenn sie über Ängste und Sorgen ebenso wie über Erwartungen und Wünsche offen sprechen können, ganz besonders im Kreis der Familie. Angehörige sind oft unsicher, wie sie sich dem Erkrankten gegenüber verhalten sollen und scheuen das Gespräch, um den Betroffenen - und oft auch sich selbst - zu schonen. Aber erst die offene Aussprache kann Wege ebnen für eine gemeinsame Bewältigung.

Fragen im Zusammenhang mit der Lebensführung tauchen immer wieder auf, auch nachdem die Rehabilitation abgeschlossen ist und bis zum nächsten Arzttermin noch einige Zeit vergeht. Was kann man selbst zur Behandlung und Gesundung beitragen? Wie kann man einem Rückfall vorbeugen, und was tun, wenn es doch dazu kommt? Wie geht man am besten mit den verschiedenen Begleiterscheinungen von Krankheit und Behandlung um? Kein Patient sollte sich scheuen, solche Fragen an den behandelnden Arzt zu stellen. Neben der eigentlichen Therapie gehört es auch zu unseren Aufgaben, den Patienten zu begleiten und gemeinsam mit ihm Probleme zu lösen und Fragen zu beantworten. In manchen Fällen ist es sinnvoll, fachkundige Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Psychosoziale Krebsberatungsstellen gibt es in vielen Städten und Gemeinden. Sie bieten Krebspatienten und ihren Angehörigen Information und Rat in allen praktischen Fragen der Nachsorge wie Klinikaufenthalte, Rehabilitation, Rentenangelegenheiten oder die Anerkennung einer Behinderung.

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